Bekim Lumi zu Ehren

“Lumi was the most original, unique, intelligent and sophisticated voice of the theater scene in Kosovo and beyond. He was the director of amazing plays; some of the best plays performed in the last 20 years in Kosovo. He was an extraordinary artist, uncompromising in his aesthetic choices and in his vision of theater-making. He was also uncompromising in debates about theatre and the cultural life in Kosovo. Lumi reformed the Kosovar theater, reformed its aesthetics, as well as the process of making theater.”  

Jeton Nezirajn, Prishtina Insight , 8.8.2018

 Der Hintergrund

Bekim Lumi, Theaterregisseur und Professor an der Kunsthochschule in Prishtina wird derzeit in der Region des Kosovo in den Medien als wichtigster Vertreter der künstlerischen Avantgarde fulminant gefeiert. Am 14. Juni dieses Jahres war noch seine Premiere zu “Arturo Ui” (Bertolt Brecht) im Nationaltheater Prishtina zu sehen, ein Meisterstück der Gegenwartsanalyse, den gesellschaftlichen Entwicklungen im Kosovo aber auch in Europa gnadenlos den Spiegel vorhaltend.

Die Probenarbeit hat der Regisseur noch bewerkstelligt, aber der Premiere konnte er schon nicht mehr beiwohnen.  Ende Juli ist er in Pristina mit nur 51Jahren (an Lungenkrebs obwohl er Nicht-raucher war) gestorben. Jetzt im September wurde nochmals „Arturo Ui“ im Nationaltheater gespielt, wiederum mit hervorragender Resonanz.

In den 90er Jahren war Bekim Lumi als Flüchtling in München und hat damals bereits in München inszeniert und Regie geführt.

Der kurdische Münchner Theaterregisseur Dr. Hawre Zangana hatte die Idee, Bekim Lumi diese Veranstaltung „Bekim Lumi zu Ehren“ noch im Dezember dieses Jahres zu widmen und für Münchner Kunstinteressierten einen Raum der Begegnung mit dieser besonderen jungen europäischen Theaterkunst zu ermöglichen.

“Bekim Lumi zu Ehren” möchte einerseits ihm als Menschen gedenken und ehren  und andererseits unserem Theater in Deutschland Anregung geben, sich von der künstlerischen Avantgarde, Experimentierfreude und Tiefe dieser jungen Künstler am Rande Europas anstecken zu lassen.

Das Projekt bietet Forum für Gespräch, Austausch und Begegnung zwischen unterschiedlichen Künstlern und Kunstinteressierten.

Das Publikum bekommt Motive aus Bekim Lumis letzter Inszenierung zu sehen, dargestellt durch mindestens einen Schauspieler seines Ensembles, sowie Wort-, Musik und Filmsequenzen. Auch eines seiner Lieder wird gespielt. Die Sprache ist deutsch, albanische Texte werden übersetzt. (Okt 2018)

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